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Öffnungszeiten

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Qualitätskriterien einer kommunalen Gesundheitskonferenz

1. Gemeinsam interessierende Fragen

Die kommunale Gesundheitskonferenz berät gemeinsam interessierende Fragen der gesundheitlichen Versorgung. Gemeinsam interessierende Fragen dürfen nicht allein der kommunalen Selbstverwaltung auf den Nägeln brennen, sondern sie müssen den Bürgerinnen und Bürgern wichtig erscheinen gleich in welcher Rolle als Funktions- oder Entscheidungsträger, als Mitarbeiter vor Ort oder als Betroffener sie von dem Thema angesprochen werden.

Es muss Bedarf nach verbesserter Zusammenarbeit auf örtlicher Ebene bestehen, für dessen Deckung eine Koordinationsleistung der kommunalen Selbstverwaltung erwartet wird. Nicht die Struktur, nicht die Finanzierung, sondern die Funktionsweise der gesundheitlichen Versorgung auf örtlicher Ebene steht zur Disposition der Gesundheitskonferenz.

2. Themenspezifische Aktivierung des Versorgungsfeldes

Zu einem speziellen Thema der Gesundheitskonferenz sollte eine weitgefasste temporäre Aktivierung des entsprechenden Versorgungsfeldes erfolgen. Die thematisch und zeitlich begrenzte Bündelung des lokalen Fachwissens entspricht besser den Voraussetzungen und Intentionen des Bürgerengagements. Ein kleiner, abgeschlossener und hochrangig besetzter Expertenzirkel, der für alle Themen zuständig ist, kann nicht die engagierte Beteiligung der Arbeits- und der Nutzerebene sicherstellen.

3. Offenheit und Diskussionsbereitschaft

Ein Forum der inhaltlichen Auseinandersetzung und Orientierung über gesundheitspolitische Themen sollte ein Höchstmaß an Offenheit und Diskussionsbereitschaft (Teilnehmerkreis, Zugang, Rederecht) vermitteln.

Eine tragfähige und langfristige Kooperation im Gesundheitswesen lässt sich nicht hierarchisch erzielen, sondern bedarf eines vertrauensvollen Gesprächsklimas, durch das Informationen und Anregungen aus allen Ebenen (Leitungsebene, Arbeitsebene, Betroffenen- und Nutzerebene, politische Ebene) aufgegriffen und öffentlich diskutiert werden können.

Die Organisation der Gesundheitskonferenz sollte den Grundsatz berücksichtigen: „Sowenig Bürokratie und soviel Beteiligung und Diskussion wie möglich”.

4. Teilnehmerkreis

Der Teilnehmerkreis der Gesundheitskonferenz sollte sich an den örtlichen Gegebenheiten (Akzeptanz, Vernetzungsgrad, spezielle lokale Problemlagen) und den Anforderungen des jeweiligen Themas (Differenziertheit des Versorgungsfeldes, kontroverse Sichtweisen) orientieren.

Wenn es um die Verbesserung der Funktionen der Versorgung geht, dann gehören zu den Fachleuten bevorzugt diejenigen, die unmittelbar im Kontakt zu den Patienten, Klienten und Bürgern stehen. Ihre Erfahrungen aus der täglichen Berufsarbeit sind wertvolle, ja unverzichtbare Grundlage für jede Verbesserung der Funktionsweise eines arbeitsteiligen Versorgungssystems. Wenn es darum geht, die Folgen der Spezialisierung zu überwinden, und auf sie richtet sich bevorzugt die Koordination, dann müssen Empfehlungen bei den konkreten Erfahrungen der Gesundheitsberufe und der Patienten/ Klienten ansetzen, diese reflektieren und auf deren Grundlage versuchen, Versorgungsmängel auszugleichen, aber auch Vorbildliches öffentlich anzuerkennen und zu verbreiten.

5. Bürgerbeteiligung und Transparenz

Die Gesundheitskonferenz ist ein wichtiger Teil eines kontinuierlichen Kommunikations- und Gestaltungsprozesses zur Verbesserung des gesundheitlichen Versorgungssystems. Die aktive Beteiligung der lokalen Akteure des Versorgungssystems und der Bürgerinnen und Bürger an der Vorbereitung und Durchführung der Gesundheitskonferenz sowie der Umsetzung ihrer Ergebnisse ist eine essentielle Voraussetzungen für den Erfolg dieses Prozesses. Transparenz ist für eine glaubwürdige Bürgerbeteiligung von zentraler Bedeutung.